Gründung

An der 1870 in Aachen gegründeten Rheinisch-Westfälischen-Technischen Hochschule (RWTH) stellt das Institut für Maschinenelemente und -gestaltung ein noch junges Institut dar. Verfolgt man die Annalen der RWTH, so scheint das ebenfalls 1870 gegründete Institut für Maschinenbau der erste Vorfahr des heutigen Instituts gewesen zu sein. 1910 erfolgte die Erweiterung zum Institut für Maschinenbau, Wasserturbinen und allgemeinen Maschinenbau.
Nach dem zweiten Weltkrieg verschwindet dieses Institut aus den Aufzeichnungen der Hochschule. Stattdessen erscheint von 1950 an das Institut für Maschinengestaltung und Maschinendynamik.

Der erste Leiter dieses neugegründeten Instituts ist Prof. Karl Lürenbaum. Er kann 1956 mit seinen Mitarbeitern in die heutigen Institutsräume im neuen Gebäude Schinkelstraße 10 einziehen. Erst zwei Jahre zuvor war das unmittelbar nebenan gelegene Hörsaalgebäude mit dem Audimax seiner Bestimmung übergeben worden. Das Institut für Maschinengestaltung und Maschinendynamik wird schließlich 1966 aufgeteilt in das heutige Institut für Maschinenelemente und -gestaltung (IME) und das Institut für Getriebetechnik und Maschinendynamik. Von 1966 bis 1992 leitete Prof. Heinz Peeken das IME. Von 1992 bis 2008 leitete Prof. Peter W. Gold das Institut. Seitdem ist der Lehrstuhlinhaber Prof. G. Jacobs.

Im Mai 1984 wurde die „Vereinigung zur Förderung des Institutes für Maschinenelemente und -gestaltung an der RWTH Aachen e.V.“ gegründet, mit dem Ziel einer konsequenten und wirksamen Förderung des Ingenieurnachwuchses.

Am IME werden aktuelle Forschungsvorhaben aus einem breiten Themengebiet bearbeitet. Die Schwerpunkte sind Maschinenelemente, Antriebstechnik, Tribologie, Strukturanalyse, Maschinendynamik und -akustik. Zur Bearbeitung dieser Themen werden am Institut in enger Zusammenarbeit mit der Industrie verschiedene Prüfstände betrieben. Bild 1 zeigt den im Jahr 2006 am Institut aufgebauten Kupplungsprüfstand mit einer Drehmomentkapazität von ±120 kNm. Auch der Austausch mit anderen Forschungseinrichtungen weltweit wird am IME praktiziert. Die Verbindung von Industrie und Forschung bietet dem IME ein weites Arbeitsfeld.

Großkupplungsprüfstand am IME (2006)

In der Lehre findet in Vorlesungen und Übungen eine umfangreiche Wissensvermittlung statt. Im Einzelnen sind dies die Fächer:

  • Maschinengestaltung II
  • Tribologie
  • Maschinenakustik und dynamische Ursachen
  • Messtechnisches Labor
  • Dynamik und Energieeffizienz in der Schwerlastantriebstechnik

Eine vertiefende Ausbildung erfolgt im Rahmen von Projekt-, Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten.

Obwohl die Maschinenelemente zu den klassischen Bauelementen des Maschinenbaus gehören, hat die Beschäftigung mit dieser Materie zu keiner Zeit an Attraktivität und Brisanz verloren. Durch den Einsatz neuer oder verbesserter Materialien und Schmierstoffe, Beschichtungs-  und Fertigungsverfahren konnten Leistungsreserven der Maschinenelemente kontinuierlich ausgebaut werden.

Das Institut reagiert darauf konsequenterweise mit ständig verbesserten Prüf-  und Messmethoden, die insbesondere an den umfangreichen, eigenen Prüfständen realisiert werden. Darüber hinaus wird die Eigenentwicklung leistungsfähiger Programmsysteme betrieben und modernste Berechnungssoftware eingesetzt. Intensive Kontakte zur Industrie und fachübergreifende Zusammenarbeit mit anderen Forschungsstätten sorgen für einen weitreichenden Erfahrungsaustausch und führen zu richtungweisenden Produktverbesserungen und -neuentwicklungen.